Juni 2015 > Fehler 7: Vernachlässigte PayPerClick Einstellungen

Fehler 7: Vernachlässigte PayPerClick Einstellungen

June 25 2015 | 0 comments

Google macht es Unternehmen einfach PayPerClick (kurz PPC) Anzeigen, auch "Adwords" genannt, zu schalten. Tatsächlich kann PPC ein effizientes Marketing-Tool sein, um Neukunden im Internet zu finden. Es ist jedoch überaus wichtig, dass die eigenen Kampagnen professionell betreut werden und entscheidende Einstellungen von Zeit zu Zeit überprüft und verbessert werden.

Nicht blind Google Verbesserungsvorschläge akzeptieren!

Haben Sie erstmal ein Adwords Konto angelegt und erste Anzeigen geschaltet, werden Sie bemerken, dass Google Ihnen ständig Ideen per Email sendet, wie Sie Ihre Kampagnen per Mausklick um neue Keywords erweitern können oder durch Erhöhung Ihrer Gebote oder Budgets mehr Suchende erreichen können. Hier ist aber Vorsicht geboten! Akzeptieren Sie die Vorschläge von Google nicht ungeprüft, auch wenn diese mehr Klicks, mehr Conversionen etc. versprechen. Sie werden gut daran tun, die unten aufgeführten Ratschläge zu befolgen.

Keine Gebote für unperformante Keywords!

Keyword Übereinstimmungstyp Schritt für Schritt eingrenzen

Ohne Vorkenntnisse ist es empfehlenswert völlig neue Keywords mit dem Übereinstimmungstyp "Broad Match" (= weitgehend passend) zu beginnen. Hierbei können Sie erstmal testen, wieviel Impressionen (Anzeigenschaltungen) und Klicks mit den daraus resultierenden Keyword Varianten erzielt werden können. Was die einzelnen Übereinstimmungstypen genau bedeuten, erklärt Ihnen Google hier: https://support.google.com/adwords/answer/2497836
 

Keyword Übereinstimmungstyp
 

Weitgehend passende Keywords sukzessiv eingrenzen. Ziel ist ein gutes Gleichgewicht zwischen genügend Klicks und einem guten Kosten/Conversion Verhältnis einzustellen.

PPC Keyword Filter festlegen

Bildquelle: Google Adwords Hilfe

Nach den ersten paar Dutzend Klicks sollten Sie unbedingt einen etwas versteckte aber äußerst aufschlussreiche Tabelle aufsuchen. Sie finden es unter Keywords>Details (Untere Reiter-Leiste)>Suchbegriffe>Alle. Diese Tabelle zeigt Ihnen die tatsächlich von den Suchenden eingegebenen Suchbegriffe an und in welchem Bezug diese zu den von Ihnen beworbenen Keywords stehen. Zum Beispiel werden Sie feststellen, dass sie einen Klick für den Suchbegriff "yachtcharter marina veruda pula" bezahlen müssen, der als Synonym zum weitgehend passenden Keyword "Yachtcharter Kroatien" zugelassen wurde. Ob Suchanfragen für die Marina Veruda in Pula für Ihre beworbenen Dienstleistungen relevant sind, können natürlich nur Sie entscheiden. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder sie engen den Übereinstimmungstyp ein, z.B. mit dem Modifizierer "+" zu "+yachtcharter +kroatien", welcher keine Synonyme sondern nur noch Pluralformen und nahe Varianten zulässt oder Sie definieren ungewünschte Begriffe als gleich als "ausschließende Keywords".

Ungewünschte Keywords ausschließen
Etwas unauffällig unter Ihrer Keyword Liste gibt es einen Link "Auszuschließende Keywords". Mit diesem kommen Sie in einen Bereich, wo Sie ungewünschte Keywords aus der Anzeigengruppen- oder Kampagnenebene ausschließen können. Fügen Sie dieser Liste alle Begriffe hinzu, die Sie auf keinen Fall bewerben wollen. Sie können auch hier den Modifizierer "+" verwenden, um auch Pluralformen oder nahe Varianten zu berücksichtigen.

Keywords ausschließen
 

Fügen Sie ungewollte Keywords als Ausschluss zu Ihrer Liste hinzu

Auszuschliessende Keywords

Bildquelle: Felix Wolf (aus Google Adwords)

Keywords mit niedriger CTR (Click-Through-Rate) eliminieren

Nachdem Sie Ihre erste Keyword-Liste ein paar Tage getestet haben, ist folgende erste Nachkorrektur ganz entscheidend: Pausieren oder Löschen Sie Keywords die eine schlechte CTR (Click-Through-Rate: Klicks/Impressions) aufweisen. Keywords mit unter 1,5 % CTR sollten besser gleich herausgenommen werden. Eine CTR von über 3% wäre mittelfristig für jedes verbleibende Keyword wünschenswert.

Sie müssen jedoch auch die durchschnittliche Position Ihrer dazugehörigen Anzeigen kontrollieren. Erscheint die dazugehörige Anzeige nicht unter den ersten 3 Positionen, geht die CTR zwangsläufig zurück, Positionen unter 5 werden relativ selten geklickt. Wenn Ihre Suchbegriffe trotz guter Anzeigenposition eine niedrige CTR aufweisen, kann es auch an der Formulierung des Anzeigentextes liegen. Letztendlich ist es eine optimale Kombination von Keywords, Anzeigengestaltung und -position, die zu Traum-CTRs von 10% und höher führen.

Die Auffälligkeit Ihrer Anzeigen kann auch durch passende Anzeigenerweiterungen drastisch erhöht werden. Dies ist insbesondere wichtig, wenn es viele Mitbewerber gibt. Ihre Anzeigen sollten sich deutlich von diesen abheben, möglichst viel Platz beanspruchen, griffigere Texte haben oder gute Angebote versprechen und dadurch häufiger angeklickt werden.

Orte ausgrenzen, wo Sie sicher nie etwas verkaufen werden!

Für jede Adwords Kampagne können Sie festlegen, ob Suchanfragen in Hinsicht auf die geographische Region oder einen bestimmten Ort, ja sogar Postleitzahlenbereich eingeschränkt werden soll. Hierbei ist zwischen dem Ort des Interesses (insofern Google diese aus dem Nutzerverhalten oder dem Suchbegriff ermitteln kann) oder dem aktuellen Standort des Nutzers (insofern Google dies anhand der IP Adresse oder anderen Parametern ermitteln kann) zu differenzieren.

In den Kampagnen-einstellungen können bestimmte Orte oder Regionen als Zielregionen bzw. Ausschluss definiert werden

Ausgeschlossene Orte in Adwords

Bildquelle: Felix Wolf (aus Google Adwords)

Aus den oben abgebildeten Einstellungen ist ersichtlich das die Kampagne (hier: Yachtcharter Mallorca) nur für suchende Nutzer mit Interesse für die Balearischen Inseln geschaltet wird. Nutzerstandorte in Ländern wie China, Kroatien und Griechenland wurden ausgeschlossen. Dies bedeutet, dass selbst wenn der Suchende genau Ihr Keyword eingibt, aber erkannt wurde, dass er sich in Kroatien befindet, Ihre Anzeige nicht zu Gesicht bekommt und damit auch keine Klicks auslösen kann.

Die getätigten geographischen Filter sollten nach einiger Zeit auf Ihre Wirksamkeit überprüft werden, um Fehlschaltungen zu vermeiden. Hierzu navigieren Sie zum Karteireiter Dimensionen und wählen dann aus dem "Ansicht" Reiter darunter entweder "Nutzerstandorte" bzw. "Zielregion" aus.
 

Ohne Conversion-Tracking keine Erfolgsanalyse!

Conversion-Tracking Code von Adwords auf Zielseiten installieren

Wenn Sie lediglich wissen wieviel Besucher Ihre Adwords geklickt haben, haben Sie noch keine Kenntnis davon, ob Ihre Besucher dann auch die gewünschte Transaktion ausgelöst haben. Um den Erfolg von Adwords-Kampagnen bewerten zu können, sollten Sie den Adwords-Conversion Tracking-Code installieren. Dieser sollte so in den Quellcode Ihrer Webseite eingebaut werden, dass Besucher die z.B. eine gewünschte Bestellung auslösen, eine Anfrage unter Angabe der Kontaktdaten stellen oder gar einen Onlinekauf tätigen, registriert werden. Nach Installierung des Codes ist es Ihnen nun möglich Conversions, die durch Adwords Kampagnen ausgelöst wurden von denen zu unterscheiden, die von anderen Webseitenbesuchern stammen, die entweder direkt, durch organische Suche oder Referenzen auf Ihre Webseite gelangt sind.

Nachdem der Conversion Code eingebaut ist, sollten Sie die Anzahl der Conversions in Ihrem Adwords Zugang sehen. Sie können zusätzlich Kenngrössen wie Conversion/Rate oder Kosten pro Conversion anzeigen. Im abgebildeten Beispiel hat die oberste Kampagne bei 112 Klicks insgesamt 13 Conversions generiert. Die Klickkosten betrugen 470,15 EUR. Die durchschnittliche Conversion-Rate (Conversions/Klicks) erreicht 11,61%. Die durchschnittlichen Kosten pro Conversion errechnet Adwords mit 36,17 EUR.

Conversion-Auswertung mit Adwords

Conversion Rate in Adwords
 Bildquelle: Felix Wolf (aus Google Adwords)

Haben Sie zusätzlich in Adwords unter den Conversion-Einstellungen einen Wert pro Conversion definiert, könnten Sie auch den Gesamtwert der getätigten Conversions in die Statistik als Spalte einblenden. Verkaufen Sie keine Produkte die einen bestimmten Wert haben, sondern generieren nur Anfragen, könnten Sie zumindest einen Erfahrungswert ansetzen, der Ihnen normalerweise die Generierung eines neuen Kundenkontakts kostet. Im Segment Bareboat-Yachtcharter können als Wert pro Neukundenanfrage etwa 100 - 150 EUR angesetzt werden. Setzen Sie nun die Kosten der Klicks dem Wert der getätigten Conversions gegenüber, haben Sie eine direkte Aussage zum ROI (Return of Investment) Ihrer Adwordskampagne. Es gibt wohl kaum eine so einfach zu konfigurierende Methode im Online Marketing, die so schnell den ROI bestimmen lässt wie Adwords.

Dies sind die Links zu den einzelnen Artikeln der Reihe „Die 7 größten Fehler im Online Marketing“

Fehler 1: Kein Marketing Plan
Fehler 2: Fehlen eines Kundenbeziehungs-Tools (CRM)
Fehler 3: Unsichtbare USPs
Fehler 4: Keine Content Strategie
Fehler 5: Schwache Mailkampagnen
Fehler 6: Veraltete SEO Ansichten
Fehler 7: Vernachlässigte PayPerClick Einstellungen

June 25 2015 | 0 comments

 
 
 
Trackback URL: https://www.yachtsys.com/trackback/1492f73f-e426-4e2f-80be-7c7fe477f20c/Fehler-7-Vernachlassigte-PayPerClick-Einstellungen.aspx?culture=en-US

Comments
Blog post currently doesn't have any comments.